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Die Kanäle des Marais Poitevin

22.10.2012 — Weltreisender @ 17:03:48
Kategorien: Frankreich

Marais Poitevin, ein wunderbarer Ort, dessen Faszination scharenweise Intellektuelle auf der Flucht vor der Zivilisation und Ökologen auf der Suche nach dem verlorenen Paradies angelockt hat.

Es ist nicht schwierig, den Grund hierfür zu finden. Man muss nur ein wenig auf diesen Wassern schippern, leicht gewogen in den beweglichen Booten der Bewohner – zum Manövrieren benutzen sie den „pigouille“, einen Stock, der in einem Haken endet – ‚ um im Einklang mit Natur und Welt zu sein.

Was ist Marais Poitevin?

Es ist der extreme Ausläufer von Poitou-Charentes, im Süd- Westen Frankreichs, eine der schönsten (und wahrscheinlich am wenigsten bekannten) Regionen des Landes. Wenige Kilometer entfernt liegt La Rochelle, dessen Hafen am Atlantik noch die Erinnerung an die Unternehmungen von D’Artagnan & Co wahrt, während sich im Süden die wunderschönen Hügel von Cognac und Umgebung befinden. Vor 600 Millionen Jahren war Marais im Geiste Gottes und das Geflecht aus Kanälen, Schleusen, Dämmen und Anbaugebieten zwischen Niort und dem Ozean bildete einen großen Golf, Im Laufe der Zeit haben Überschwemmungen und Erdverschiebungen Marais zu seiner heutigen Form gebracht.

In Frankreich heißen derartige Gebiete „Ökoparks“; hier werden Gebietsstruktur und Umgebung perfekt erhalten, wobei die inneren Ressourcen bestens genutzt werden. Der Marais teilt sich in zwei Teile auf: Den Marais „dess“, d.h. den trockenen, auf dessen schwarzer und fruchtbarer Erde Weizen, grüne Bohnen und Ackerbohnen angebaut werden, und den bekannteren Marais „mouill“, auch „grünes Venedig“ genannt, 15.000 Ha kanalisiertes Gebiet, das von Pappeln, Ulmen und Trauerweiden umschattet wird.